Anzeigemarkt Teil 2 |
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Spezielle Zeitungen für Kleinanzeigen, Anzeigenzeitung finanzieren sich nur aus dem Verkauf von Anzeigen. Gewerbliche Anzeigen sind in Anzeigenblättern immer kostenpflichtig, private Anzeigen sind zum Teil kostenfrei. In Deutschland ist die zum österreichischen Konzern Vorarlberger Medienhaus gehörende "Quocka“ eine der größten Verlagsgesellschaften für solche zumeist ausschließlich regional verbreiteten Offertenblätter. Daneben gibt es viele andere regional meist unangefochtene „Platzhirsche“ wie „Zweite Hand“ in Berlin oder „Annonce“ (auch Annonce.de) im Großraum Köln, Bonn, Aachen, die meist schon seit mehr als 25 Jahren für „ihre Einwohner“ die Zeitungen für kostenlose Kleinanzeigen darstellen.
Entscheidende Ursache der Zeitungskrise ist der seit langem anhaltende einschneidende Anzeigenrückgang in den Printmedien. Hier war durch das von den Verlagen anfangs belächelte, dann unverstandene und inzwischen gerade von den Tageszeitungen gefürchtete Internet ein sehr großer Konkurrent aufgekommen – mit stark genutzten sowohl rubrikenspezifischen Portalen wie mobile.de für Autos oder immobilienscout24.de für Häuser/Wohnungen, als auch rubrikenübergreifenden Portale wie dem zum Ebay-Konzern gehörenden Kijiji. Hier ist das Einstellen von Anzeigen zumeist kostenlos. Die sogenannten Portale haben jedoch für die Inserenten wie auch die Nachfrager einen immer noch entscheidenden Nachteil: Sie erreichen ausschließlich diejenigen, die über Internet verfügen und dieses auch zur Befriedigung des Informationsbedürfnisses „Kleinanzeige“ nutzen.
Untersuchungen bei der in Aachen erscheinenden Annonce, die bereits zu einem Zeitpunkt, als in Deutschland die Mehrheit der Internet-Server noch an Universitäten stand, den Weg ins Internet als Erste in Europa beschritten hat, zeigen, dass die Mehrheit der Kleinanzeigen immer noch auf den klassischen Wegen Post, Telefon, Fax und auch persönliche Abgabe in den Redaktionen/Geschäftsstellen zu den Zeitungen kommt. Was auch erklären dürfte, warum in den reinen Internet-Anzeigenportalen trotz Werbe-Etats in mehrstelliger Millionenhöhe meist um 10% der aktuellen Anzeigen zu finden sind, die Blätter wie Zweite Hand, Annonce oder Findling in Saarbrücken wöchentlich veröffentlichen.
Angesichts des von einigen schon als „Internet-Informations-Overkill“ bezeichneten Trends, dass sich für eine sinnvolle, entspannte Beschäftigung mit einem Thema das Internet bei manchen nicht mehr als Informationsquelle anbietet, sondern bewusst zu gedruckten Medien wie Bücher und Zeitungen/Zeitschriften gegriffen wird, könnte sich für die nächsten Jahre eine Renaissance für die Printmedien abzeichnen.
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